Nachdem die erste Honigernte des Jahres erfolgreich abgeschlossen wurde, stellt sich nun die spannende Frage: Was haben unsere Bienen eigentlich gesammelt?
Neben Geschmack, Farbe und Geruch gibt es verschiedene Untersuchungsmethoden, mit denen sich Honig näher charakterisieren lässt. Eine davon ist die Messung der elektrischen Leitfähigkeit.
Der Begriff klingt zunächst sehr technisch, doch das Prinzip dahinter ist einfach: Die elektrische Leitfähigkeit eines Honigs hängt von seinem Gehalt an Mineralstoffen, organischen Säuren und weiteren natürlichen Inhaltsstoffen ab. Je mehr davon enthalten sind, desto besser kann der Honig elektrischen Strom leiten.
Für die Untersuchung wird eine genau definierte Menge Honig in destilliertem Wasser gelöst. Anschließend wird mit einem speziellen Messgerät die elektrische Leitfähigkeit dieser Lösung bestimmt.
Die gewonnenen Werte liefern wertvolle Hinweise auf die Herkunft des Honigs. Blütenhonige weisen in der Regel niedrigere Leitfähigkeitswerte auf, während Honigtau- oder Waldhonige deutlich höhere Werte erreichen. Die Messung ersetzt zwar nicht die sensorische Beurteilung durch Geruch und Geschmack, sie ergänzt diese jedoch um einen objektiven Messwert.
Für unseren Honig vom Lehrbienenstand ist die Leitfähigkeitsmessung ein weiterer Baustein auf dem Weg zur richtigen Einordnung der Ernte. Zusammen mit dem Wassergehalt, der Farbe, dem Geschmack und dem Kristallisationsverhalten können wir so besser beurteilen, ob es sich um einen klassischen Blütenhonig, eine Frühtracht oder möglicherweise um eine besondere Mischung verschiedener Trachtquellen handelt.
Die Natur hält dabei oft Überraschungen bereit. Schließlich entscheiden nicht wir Imker, welche Blüten unsere Bienen anfliegen – diese Wahl treffen die Bienen ganz allein. Mit einer Analyse könnten wir ihrer Entscheidung jedoch ein Stück näherkommen.
Unser Honig hat einen Leitwert von 0,8 ms/cm und ist somit ein Honigtauhonig.
Im Rahmen unserer Beschäftigung mit den verschiedenen Untersuchungsmethoden möchten wir das erworbene Wissen gerne mit anderen teilen. Deshalb bieten Lukas Daubenbüchel und Bernhard Schmitz interessierten Imkerinnen und Imkern an, gemeinsam einen Blick auf ihren Honig zu werfen.
Dabei können je nach Fragestellung unter anderem der Wassergehalt und die elektrische Leitfähigkeit bestimmt sowie die Ergebnisse gemeinsam besprochen werden. Ziel ist es nicht, eine professionelle Laboranalyse zu ersetzen, sondern ein besseres Verständnis für die Eigenschaften des eigenen Honigs zu vermitteln und interessante Hinweise auf dessen Herkunft und Zusammensetzung zu erhalten.
Wer Interesse hat, kann gerne eine Honigprobe mitbringen oder uns ansprechen. Vielleicht entdecken wir gemeinsam, was die Bienen in Ihrer Nachbarschaft gesammelt haben.
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